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Klimafreundliche Wanderausflüge

Wer mit Bahn und Bus zum Wandern fährt, schützt die Umwelt und erspart sich die Parkplatzsuche und den Rückweg zum Auto. Im folgenden Artikel werden drei Routen vorgestellt, die besonders gut mit Öffis zu erreichen sind.

Text und Fotos: Martin Winter, Referent für Wandern der Naturfreunde Steiermark

 

Klimafreundliche Ausflüge in die Berge beginnen mit einer entspannten Anreise mit Öffis, ganz ohne Stau und Parkplatzsorgen. Indem wir auf Bahn und Bus setzen, beschränken wir unseren CO2-Ausstoß und schützen die sensible Alpenregion. So wird jeder Schritt am Berg zu einem echten Beitrag für die Umwelt und inspiriert auch andere zum Nachmachen.

Das Beste an Öffi-Touren? Du sparst dir Rundwege oder das fade Zurücklatschen auf demselben Weg zum Parkplatz. Nach einer Anfahrt per Bahn und/oder Bus wanderst du einfach über den Gipfel und steigst auf der anderen Seite des Bergs gemütlich in den nächsten Zug oder Bus. Flexibler geht’s im Bergsport nicht!

Dieses Jahr habe ich bereits 63 Wanderungen absolviert, natürlich immer mit Öffis, zum Großteil in der Steiermark. Aber auch das Kärntner Wandergebiet ist durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn erheblich näher gerückt. Und auch während meines Urlaubs in Kalabrien habe ich zahlreiche Überschreitungen mit Öffi-Anreise unternommen und war über die zahlreichen Busverbindungen verwundert, die mir vorher nicht bekannt gewesen waren.

In der Folge möchte ich dir drei Routen in der Steiermark vorstellen, die ich im letzten halben Jahr ausprobiert habe.

 

 

Alpl-Passhöhe-Pretul-Roseggerhaus-Schwarzriegelmoor-Mürzzuschlag

Letztes Jahr wurde die Buslinie 186 von Krieglach nach Rettenegg eingeführt, die an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen verkehrt. Durch diese neue Verbindung wird eine Überschreitung der Pretul bzw. des Stuhlecks erheblich erleichtert: entweder von Alpl, St. Kathrein am Hauenstein oder von Rettenegg aus.

Wir reisen mit dem Zug nach Krieglach, die Bushaltestelle vor dem Bahnhof ist schnell erreicht. Nach 23 Minuten Busfahrt kommen wir auf der Alpl-Passhöhe an (wer einige Höhenmeter mehr zurücklegen will, kann bereits bei der Alpl-Waldschule aussteigen). Auf schattigen Waldpfaden und Almen wandern wir über das Hauereck und den Steinriegel (mit Gipfelkreuz) zum Roseggerhaus der Naturfreunde, wo man eine Rast machen kann, und weiter zur Peter-Bergner-Warte auf der Pretul. Danach geht es über das Geiereck und Grazer Stuhleck, bevor wir über das Schwarzriegelmoor nach Mürzzuschlag zum Bahnhof absteigen. Spätestens ab dem Steinriegel werden wir auf dieser abwechslungsreichen Wanderung stets von einem herrlichen Ausblick auf die nördlich gelegene Bergwelt begleitet.

 

Schwierigkeit: nnn

Toureninfo: ca. 6,5 Std. Gehzeit/23,4 km/568 Hm ↑, 983 Hm ↓

 

 

Pürgg-Gindlhorn-Leistenstein-Stainach

Diese Wanderung ist an allen Wochentagen möglich. Wir steigen an der malerisch gelegenen Bahnhaltestelle Pürgg aus und wandern zunächst zum Ort hinauf, wo man der Pfarrkirche und der wegen ihrer mittelalterlichen Fresken berühmten Johanneskapelle einen Besuch abstatten kann. Dann nehmen wir vorbei am Naturbad Pürgg den Anstieg aufs Gindlhorn in Angriff - zum Großteil auf einfachen Steigen, einmal ist eine harmlose Holzleiter („Himmelsleiter“) zu überwinden. Am Gindlhorn genießen wir die Aussicht. Nun geht es weiter über den Brandangerkogel und die Brandangeralm auf den Leistenstein. Danach kehren wir auf demselben Weg zur Brandangeralm zurück und steigen am Rantenstein vorbei zum Bahnhof Stainach-Irdning ab.

 

Schwierigkeit: nnn

Toureninfo: ca. 5,5 Std. Gehzeit/13,8 km/854 Hm ↑, 928 Hm ↓

 

 

Feistritz (oder St. Lorenzen bei Knittelfeld)-Gulsen-Mittagskogel-Kraubath

Eine meiner Lieblingswanderungen führt über den Gulsen, ein Serpentinmassiv, und den Mittagskogel nach Kraubath. Am Südhang des Gulsen befindet sich ein Naturschutzgebiet, in dem vor allem von Anfang bis Mitte März in den Föhrenwäldern die Erika in voller Blüte steht. Neben den Erikaheiden gibt es am Gulsen auch ökologisch wertvolle Trockenrasen, auf denen u. a. die Serpentinnelke und Gemeine Grasnelke gedeihen, und auf steinigen Hängen sind einige seltene Farne wie Serpentinstreifenfarn, Grünspitziger Streifenfarn und Europäischer Streifenfarn anzutreffen.

Von Montag bis Samstag startet man die Wanderung an der Bushaltestelle Feistritz bei Knittelfeld Ort. An Sonntagen ist der Ausgangspunkt der Bahnhof Fentsch-St. Lorenzen.

 

Schwierigkeit: nnn

Toureninfo: Ausgangspunkt Feistritz: ca. 3,25 Std. Gehzeit/10 km/317 Hm ↑, 366 Hm ↓

Ausgangspunkt St. Lorenzen: ca. 4 Std. Gehzeit/13,1 km/333 Hm ↑, 351 Hm ↓

 

Für das Referat Wandern der Naturfreunde Steiermark biete ich regelmäßig geführte klimafreundliche Wanderungen mit Öffi-Anreise an. Termine und weitere Infos: naturfreunde.steiermark.at/veranstaltungen

Die Bahnhaltestelle Pürgg ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Wanderung auf das Gindlhorn, auf dem man einen herrlichen Ausblick auf das Ennstal hat.
Im Naturfreunde-Wanderführer „Mit Bahn und Bus in die Natur!“ werden 46 familienfreundliche Wanderungen beschrieben, deren Ausgangs- und Endpunkte mit Öffis zu erreichen sind.
Kostenloser Download: naturfreunde.at > Service > Themen > Info & Servicefolder > Mit Bahn und Bus in die Natur

https://www.naturfreunde.at/files/uploads/2023/05/NFOE_Wanderfuehrer_OEBB_WEB_OK.pdf
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