Seit 1946 ist Rudolf „Rudi“ Petschl aktives Mitglied der Naturfreunde Kindberg. Für seine 80-jährige Mitgliedschaft wurde er im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung feierlich geehrt.
Text: Heinz Luneschnik, Fotos: Heinz Luneschnik, Rudolf Petschl
Rudolf Petschl wurde am 29. Dezember 1930 als Sohn einer Schneiderfamilie geboren und erlebte während seiner Schulzeit die schwierigen Jahre des Zweiten Weltkriegs hautnah mit. Nach Kriegsende begann er eine Lehre als Schneider und fand gleichzeitig seine Leidenschaft für Natur, Sport und das Vereinsleben. Am 1. Jänner 1946 trat er den Naturfreunden Kindberg bei. Im selben Jahr engagierte er sich auch bei der Feuerwehrjugend Hadersdorf. Damit begann ein außergewöhnliches Ehrenamtsleben, das bis heute anhält.
Nach der erfolgreichen Meisterprüfung übernahm er 1966 den elterlichen Betrieb. Schon bald sprach sich weit über Kindberg hinaus herum, dass „der Rudi“ nicht nur ein exzellenter Handwerker, sondern auch ein echter Vereinsmensch war. Feuerwehren, Trachtenvereine und die Werkskapelle der Vereinigten Österreichischen Eisen- und Stahlwerke (VÖEST) ließen bei ihm maßgeschneiderte Uniformen anfertigen. Selbst im Ruhestand unterstützte er die Vereine weiterhin mit Änderungen und Anpassungen.
Leidenschaftlicher Schilehrer und Bergsteiger
Besonders eng verbunden war Rudi Petschl stets mit dem Wintersport. Als geprüfter Schilehrwart der Naturfreunde Kindberg war er über 30 Jahre fixer Bestandteil der beliebten Kinderschikurse und brachte mehr als tausend Kindern das Schifahren bei. Ebenso legendär waren die von ihm organisierten Schiurlaube in Maria Alm und Saalbach-Hinterglemm. Er plante und begleitete rund 25 Schiurlaube, an denen zahlreiche Mitglieder teilnahmen.
Auch in den warmen Jahreszeiten war Rudi in den Bergen zu Hause. Dreimal stand er am Gipfel des Großglockners, zweimal musste er wegen Schlechtwetters knapp vor dem Gipfel des Großvenedigers umkehren. Sein Grundsatz lautete stets: „Sicherheit geht vor.“ Zu seinen schönsten Erinnerungen zählen auch die Besteigung des Triglavs, zahlreiche Radtouren quer durch Österreich sowie Radwochen im burgenländischen Andau.
Abgesehen vom Schnee- und Bergsport engagierte sich Petschl viele Jahre auch im Turnbetrieb der Naturfreunde und leitete regelmäßig Turnstunden für Kinder und Erwachsene. Auch im Feldfaustball war er erfolgreich und erreichte mit seinem Team sogar den Vizestaatsmeistertitel.
Vorbild für Generationen
Mit Rudolf Petschl ehren die Naturfreunde Kindberg nicht nur ein langjähriges Mitglied, sondern einen Menschen, der das Vereinsleben über Jahrzehnte hinweg geprägt und Generationen begleitet hat. Sein Lebensweg steht beispielhaft für Hilfsbereitschaft, sportlichen Einsatz und gelebte Gemeinschaft – Werte, die die Naturfreunde seit jeher auszeichnen.