Die Naturfreunde Steiermark haben in den vergangenen Jahren eine Reihe richtungsweisender Projekte auf den Weg gebracht. Im Mittelpunkt stehen gelebte Inklusion, zukunftsfitte Infrastruktur und ein innovatives Format für Kinder und Familien.
Text: Redaktion, Fotos: Markus Pösendorfer, Schwarhofer Planung & Bau
Inklusion als gelebte Praxis
Mit Unterstützung von „Licht ins Dunkel“ wurde 2022 das Projekt „Die Kletterwand kennt keine Barrieren“ gestartet. In den vergangenen drei Jahren konnten zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt und nachhaltig verankert werden. Dadurch ist Inklusion bei den Naturfreunden Steiermark längst ein fixer Bestandteil der täglichen Arbeit geworden.
Regelmäßige Kooperationen mit der Rehaklinik Tobelbad und der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz ermöglichen es Menschen nach schweren Erkrankungen, über betreutes Klettern Selbstvertrauen und Lebensfreude zurückzugewinnen. Mit dem Odilien-Institut und der Mosaik GmbH wurden feste Trainingsangebote etabliert. Schulen profitieren von Schnupperkletterkursen, betreut von mixed-abled Teams, und inklusive Breitensportgruppen wachsen stetig, sodass immer mehr Kinder und Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam trainieren können.
Auch die Ausbildung wurde weiterentwickelt: Zweimal jährlich finden Adaptive-Climbing-Workshops für Trainer*innen statt, ergänzt durch Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen sowie für „Routenbau-Inklusion“, um Kletterrouten für unterschiedliche Bedürfnisse gestalten zu können. Mit Veranstaltungen wie den Inclusion Days von Special Olympics und dem Inklusionslauf in Graz wird Inklusion sichtbar gemacht. Die Naturfreunde Steiermark sind zudem Teil eines internationalen Netzwerks inklusiver Klettervereine.
Auch in den kommenden Jahren soll dieses Engagement konsequent fortgeführt werden – national und europaweit. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in Österreich und anderen Ländern werden inklusive Angebote weiter ausgebaut, bewährte Konzepte transferiert und neue Projekte initiiert, um Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen stärker zusammenzubringen und die Naturfreunde als Vorbild für Inklusion im Sport zu positionieren.
Infrastruktur strategisch neu gedacht
Ein weiterer Schwerpunkt war die Neuorganisation der Infrastruktur. Mit der Gründung einer eigenen Verwaltungs-GmbH wurden sämtliche wirtschaftlichen Beteiligungen der Naturfreunde Steiermark gebündelt. Dieses österreichweite Pilotprojekt ermöglicht moderne Steuerungsinstrumente, bessere Einkaufs- und Versicherungsbedingungen sowie eine klare Trennung zwischen Vereinsbetrieb und wirtschaftlichem Risiko. Ziel ist es, die alpine Infrastruktur nachhaltig zu sichern.
Ein Leuchtturmprojekt dieser Strategie ist das Roseggerschutzhaus auf der Pretul, das zu einem alpinen Inklusionszentrum weiterentwickelt wird. Geplant sind barrierefreie Zugänge, ein Lift, adaptierte Zimmer und Sanitäranlagen sowie behindertengerechte Toiletten. Damit soll allen Gästen ein uneingeschränkter Aufenthalt ermöglicht werden. Künftig sind rund 50 Workshops und Seminare im neuen Multimediaraum vorgesehen, ergänzt durch inklusive Outdoorangebote – vom sanften Wandern bis hin zu Programmen zur Förderung sozialer Kompetenzen. Die Eröffnung soll heuer im Laufe des Sommers erfolgen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Zentrums liegt auf Nachhaltigkeit. In Kooperation mit den Österreichischen Bundesforsten und dem nahegelegenen Windpark Pretul wird ein pädagogisches Konzept rund um erneuerbare Energie entwickelt. Ein barrierefreier Weg zu den Windkraftanlagen verbindet Technik, Naturerlebnis und Bildung. Unter dem Leitgedanken „Erneuerbare Energieerzeugung – Energie tanken – Nutzung des Naturraums Pretul“ entsteht ein österreichweit einzigartiger Ort, der Inklusion, Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung vereint.
Neues Format für Kids
Die Naturfreunde Steiermark richten den Blick auch verstärkt auf Kinder und Familien. Mit einer eigenen Zeichentrickserie rund um Murmel, das Maskottchen der Naturfreundejugend, wurde Ende 2025 ein weiteres innovatives Projekt gestartet. Die Pilotfolge zur Vorstellung der Charaktere und Einführung in die Welt der Serie ist bereits online; weitere Episoden zu Themen wie Sicherheit am Berg, richtiges Verhalten in der Natur sowie Umwelt- und Klimaschutz sind geplant.
Die Serie soll Kinder spielerisch an zentrale Werte der Naturfreunde heranführen und sie für Natur- und Umweltschutz sensibilisieren. Für die Produktion weiterer Folgen sollen Sponsorpartner*innen gewonnen werden. Ein eigener YouTube-Kanal bietet für die Zeichentrickserie eine passende Plattform und eröffnet zeitgemäße Kommunikationswege zur Zielgruppe Kinder und Familien.
YouTube-Kanal: youtube.com/@naturfreundemurmel